Rebekkas Botswana Blog

Über mich:

Rebekka Brenner
C/O FM
P.O. Box 1022
Gaborone/Botswana
Mail: rebekka.brenner@gmx.de
Skype-Name: rebekka.brenner

Mein Projekt (Berufung?)

impact Kurzeinsatz für 1 Jahr
bei der Liebenzeller Mission gGmbH
Einsatzstelle: Afrika/Botswana
in Gaborone bei "Flying Mission"

Meine Aufgaben:

Als Lern- und Projekthelferin ist es die Aufgabe, den Kindern von Familie Schubert Deutschunterricht zu geben. Dazu wird das Material der deutschen Fernschule verwendet. Vormittags besuchen die Missionarskinder eine internationale englische Schule in der Stadt, am Wochenende gibt es die Möglichkeit Zeit bei verschiedenen Aktivitäten mit den Kindern zu verbringen. Weitere Aufgaben sind die Mitarbeit in einer Kinderstunde bzw. Sonntagschule in der englisch sprechenden Gemeinde in Gaberone, sowie je nach Begabung, praktische und inhaltliche Mitarbeit.

Mein Umfeld:

Familie Tim und Uli Schubert (mit 4 Kindern, Jahrgänge '96, '98, '00, '02) sind seit 2001 mit Flying Mission in Botswana. Sie leben am Stadtrand der Hauptstadt Gaborone, wo Tim als Chefpilot bei Flying Mission arbeitet. Flying Mission hat ein Gelände am Flughafen, ca. 15km außerhalb der Stadt wo sich die Leitzentrale, sowie der Hangar befindet - das Büro ist aber in einem anderen Stadtteil.
Karte von Botswana

Meine besten Links:

www.flyingmission.org
www.deutsche-fernschule.de
www.impact-teams.de
FM-Jubiläumsbericht 2005

Meine Gebetsanliegen:

schaut in die aktuellen Rundbriefe!

Mein Archiv:

1.Rundbrief 20.08.2015

Flyer für die Unterstützer

Meine Fotos:

Von links nach rechts: Uli, Jan, Lena, Anny, Tim und Samuel
Biene und Paprika, 2 von 5 Tieren
Old fashion Grill und eine von Samuels Ideen, ein Minigrill aus 'ner Cola-Dose
Mein Arbeitsplatz im Flying Mission Office

Das Jahr im Rückblick

28.10.2016 - Informationsabend über (m)ein Jahr in Botswana.

Bericht von Rebekka Brenner

Botswana ist ein eher unbekanntes, weit entferntes, nicht besonders großes Land. Aus unserer Sicht ist dieser Staat eher unbedeutend, mit geringer politischer Bedeutung.

Rebekka Brenner hat es dennoch besucht und ein Jahr dort verbracht. Sie lebte mit den Menschen dort, teilte ihre Lebensweise, ihre Freude, ihre Armut und ihren Lebensstil. Nach ihrer Rückkehr hat sie sich dazu entschlossen in ihrer Gemeinde eine Rückblick zu präsentieren und gleichzeitig denen zu danken, die sie in dieser Zeit in Gedanken, mit Wünschen und im Gebet begleitet haben. Am 28. Oktober konnten wir in einem sehr gut besetzten Gemeindesaal an ihren Erlebnissen teilhaben.

Solch ein Bericht über ferne Länder mit unbekannten Landschaften und deren Bewohnern, uns fremden Tieren und Pflanzen, ganz anderen Lebensgewohnheiten und klimatischen Bedingungen weckt unterschiedliche Gefühle. Ist es Neugier oder Unbehagen? Sind es Sehnsüchte oder Abwehr? Lockt uns das Fremde oder stößt es uns eher ab? Lässt uns die so ganz andere Mentalität der Menschen den Kopf schütteln oder überkommt uns womöglich ein wenig Neid?

Rebekka Brenner gab den Zuhörern zunächst einen Überblick über dieses Land Botswana. Ihre Beschreibung der Landschaften, der klimatischen Bedingungen, der politischen Situation und die Lebensbedingungen der Menschen weckte Neugier auf ihr persönliches Erleben. Die Ausführungen hat sie durch eindrückliche Bilder anschaulich gemacht.

Was sie aus ihrem Leben dort berichtete, hatte dann noch eine ganz andere Dimension. Die Lebensbedingungen dort, mit den unterschiedlichsten Menschen, gegensätzlichen Landschaften, anderen Sitten und Gebräuchen, einer exotische Tierwelt und auch uns vollkommen ungenügend erscheinenden hygienischen Zuständen selber zu erleben ist doch etwas vollkommen Anderes als darüber zu hören oder zu lesen.

Dieser Informationsabend war so interessant gestaltet, dass die Zeit wie im Flug vorüber ging. Botswana ist für die Zuhörer nicht mehr ein vollkommen unbekannter, unbedeutender Staat im fernen Afrika, sondern ein Land mit konkreten Menschen, in ihren Gegensätzen faszinierenden Landschaften und ganz eigenem Lebensstil. Es hat sich gelohnt dabei zu sein.

Wer in Rebekka Brenners konkrete Erlebnisse eintauchen möchte sollte unbedingt ihren nachstehenden Bericht lesen.  (Helmut Ziegler)

Einblick in meinen Arbeitsbereich:

Neue Hoffnung für den "Alten Stern"

Hier in Gaborone, der Hauptstadt von Botswana, hat man oft kaum das Gefühl wirklich in Afrika zu sein. Große Einkaufszentren, teure Autos und die aller meisten haben auch ein schickes Smartphone. Doch schaut man genauer, sieht man auch die Stadtteile in denen das nicht so ist. In denen fließend Wasser und Strom noch Luxus ist. Wo Perspektivlosigkeit auch die letzten Funken Hoffnung zerstören zu scheint. Doch es gibt Hoffnung, wenn Gott seine Arbeiter ruft. (Matthäus 9,36-38)

Zu Beginn des neuen Schuljahres, hat unsere Gemeinde das "Tsholofelo-Projekt" auf die Beine gestellt. Tsholofelo ist Setswana und bedeutet "Hoffnung". Das Programm ist speziell für Teens aus dem Armenviertel der Stadt "Old Naledi" (alter Stern).

Wir treffen uns mit ihnen zwei Mal pro Woche nach der Schule, um ihnen einerseits bei den Hausaufgaben und beim Lernen zu helfen, ihnen aber andererseits auch Lifeskills mit auf ihren Lebensweg zu geben. Wir sprechen mit ihnen über Dinge, die ihnen tagtäglich begegnen und für unsereins kaum vorstellbar sind. Oft ist das schwierig, da sie sehr verschlossen sind. Die Teens kommen alle aus einem sehr harten Umfeld. Über die Hälfte hat keine Eltern mehr oder nur ein Elternteil. Sie sind mit Armut, Alkohol und Drogen, Gewalt und Arbeitslosigkeit aufgewachsen und haben meist keine Perspektive. Keiner hat diesen Teens je gesagt, dass sie wertvoll sind und dass es kein dummer Zufall war, dass sie geboren wurden.

Beim gemeinsamen Lernen scheitert es oft schon daran, dass die Teens die Aufgaben/Informationen auf Englisch schon gar nicht verstehen. Außerdem können die staatlichen Schulen oft kein Mittagessen anbieten, wodurch sie sich vor Hunger oft nur schwer konzentrieren können, müde sind oder erst gar nicht kommen.
Bei all diesen Herausforderungen ist es uns jedoch das Allerwichtigste, den Teens die Liebe Jesus weiterzugeben, ihnen den Glauben zu vermitteln, ihnen neue Hoffnung zu schenken und eine Beziehung mit ihnen aufzubauen. Dazu treffen wir uns unter anderem ein Mal im Monat an einem Samstagvormittag mit den Kids. Dann verbringen wir Zeit mit ihnen, um sie für ein paar Stunden aus ihrem Umfeld raus zu holen und um ihnen zu zeigen, was es heißt eine persönliche Beziehung zu unserem wunderbaren Papa im Himmel zu haben.

Mir ist die Arbeit mit dem Teens sehr ans Herz gewachsen und ich bin mir sicher, dass das Projekt für die Teens mehr IMPACT für ihr Leben ist als wir uns vorstellen können..

Rebekka

 

 

3. Oktober 2015  (Fotos unten im blauen Kasten)

Letzten Samstag hieß es für mich früh aufstehen! Ich hatte die Möglichkeit an einem „Prayer Walk“ teilzunehmen. Das ist eine Art Demonstration, jedoch demonstriert man nicht für oder gegen etwas, sondern man betet und singt gemeinsam währen man durch die Stadt läuft. Es war für mich ein sehr spannendes Erlebnis, da mich die Ausdauer der Menschen sehr Beeindruckt hat. Wir waren insgesamt sechs Stunden unterwegs, in der prallen Hitze. Ich habe mich schon nach zwei Stunden nicht mehr fähig gefühlt zu beten. Mir ist bis dahin noch nie aufgefallen, das Beten so anstrengend sein kann! Doch die Ausdauer, Kraft und Motivation der Veranstalter und der Leute, die dabei waren, haben mich ermutig, dabei zu bleiben. Ich bin dann vom „normalen Beten“ zum Singen übergegangen, ich hatte das Gefühl, dass das nicht so anstrengend ist.

Wir haben vor verschiedenen Gebäuden der Stadt einen Stopp gemacht und dort ganz bewusst für unterschiedliche Punkte gebetet. Z.B. vor dem Gesundheitsministerium, dem Gebäude der UN, dem Schulministerium, dem Parlament etc.
Es gab jeweils einen kleinen Impuls und jemanden, der die verschiedenen Gebetsanliegen angeleitet hat.

Am Ende dieses Vormittages war ich vollkommen erschöpft und hatte meinen ersten Sonnenbrand ;-) Doch viel wichtiger ist für mich, dass ich die Gebetskultur hier noch mehr kenne lernen durfte. Wenn alle um mich herum, laut oder leise beten, dabei stehen bleiben oder tanzen, ihre Arme ausstrecken oder auf die Knie gehen, habe ich mich zwar etwas überfordert gefühlt, doch ich konnte die Freiheit spüren, die die Menschen haben, ihren Glauben zu leben. Es gibt keine Regeln und keine Scham die deinen persönlichen Lobpreis einschränken.

1. Oktober 2015

Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit waren wir zu einem Empfang des deutschen Konsulats eingeladen. Nach einer Rede des Konsuls und der Bildungsministerin von Botswana, durften wir „echte“ Deutsche Küche genießen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Ananas im Sauerkraut wirklich „deutsch“ ist, aber wir sollten das auf alle Fälle einführen – das war super lecker! J
Der Abend war für mich nicht nur kulinarisch wertvoll, denn ich habe 3 weitere deutsche Kurzzeitler kennen lernen dürfen. Die Drei sind ebenfalls für ein Jahr hier in Botswana. Da wir uns gleich super verstanden haben, werden wir uns jetzt auch ab und zu treffen um Erfahrungen auszutauschen, uns gegenseitig zu unterstützen oder auch einfach mal, um auf Deutsch mit jemandem reden zu können.

 

28.September 2015:  hoffentlich konnte ich euch Einblick in das Leben hier vermitteln.

 

Zusammenfassung des 1.Monats: Im Moment haben wir hier noch Trockenzeit und es wird höchste Zeit, dass es zu regnen anfängt, denn einige Stadtteile haben schon seit 5-6 Wochen kein fließendes Wasser mehr. Der Stausee von Gaborone ist  leer und es soll das trockenste Jahr seit 37 Jahren werden.  Es ist hier das größte Gebetsanliegen, dass die Regenzeit endlich beginnt. Da der Winter hier jetzt vorüber ist wird es von Tag zu Tag auch heißer. Jedoch war es in den ersten Tagen nach meiner Ankunft noch richtig kalt und da war Pulli und lange Hose Pflicht. Doch seit einer Woche scheint das vorbei zu sein und wir haben konstant 35°C.

Die Landessprache hier ist Setswana und ich bin fleißig dabei, die Grundvokabeln zu lernen, z.B. Dumela heißt Hallo auf Setswana.

Das übliche Transportmittel hier sind robuste Toyota SUVs, die erst dann voll sind, wenn mindestens 16 Leute (in 8-Sitzer) sitzen. Es ist immer ein Abenteuer mit dem Auto unterwegs zu sein und ich bin gespannt, was ich beim Fahren mit dem Toyota Bus noch so alles erleben werde.

 

3.Septemberwoche:  Aufgaben und Freizeitaktivitäten

In den nächsten Wochen wird sich dann vermutlich noch die eine oder andere Aufgabe für mich ergeben, da sind wir im Moment noch am Planen.

Der Deutschunterricht, den ich den 3 Teenies geben werde, hat auch noch nicht begonnen, da wir noch nicht klären konnten, wer wann dran ist etc. Ich bin auf alle Fälle auf die Motivation der Jungs gespannt. Bis jetzt freut sich nur Lena auf den Unterricht.

Wie Ihr seht, habe ich im Moment noch relativ viel Zeit, aber die brauche ich auch, denn ich bin hitzebedingt eigentlich rund um die Uhr müde. Ich hab das Gefühl, dass hier alles anstrengender ist und kann so auch das Arbeitstempo hier etwas nachvollziehen. Ich glaub ich bin schon sehr lang nicht mehr regelmäßig so früh ins Bett gegangen.

Was ich sonst noch so mache…

Da Jan, Lena und Samuel die erste Woche noch Ferien hatten,  verbrachte ich sehr viel Zeit mit Lena und Samuel beim spielen, Backen und ja,  auch beim Filme schauen, das macht diese Familie sehr gerne.

Jeden Dienstag gehe ich hier in Phakalane in einen Hauskreis für junge Erwachsene. Über diese Möglichkeit bin ich sehr froh, da die Leute mich dort jetzt schon so toll aufgenommen haben als wäre ich schon immer da. Es ist jedoch für mich echt ein neues Erlebnis, denn ich habe das Gefühl, dass man hier viel bibelfester ist und es nicht besonders viel Spielraum bei der Auslegung der Bibel gibt. Wie ich das finde weiß ich im Moment noch nicht, aber ich bin gespannt was diesbezüglich so alles auf mich zukommt.

Freitags ist immer Jugendkreis, jedoch habe ich im Moment zwei verschiedene zur Auswahl und muss mich noch entscheiden zu welchem ich gehen werde. Sonntags beginnt der Gottesdienst um 9 Uhr und geht dann meist bis um kurz vor 11 Uhr. Der Gottesdienst startet hier mit dem Lobpreis und endet mit der Predigt.  Leider ist mein Englisch noch nicht so gut, das ich alles verstehe, aber die Lobpreiszeit ist immer sehr bewegend für mich.

Wie ist das Essen?

Falls ihr euch fragt, was ich hier so zu essen bekomme, kann ich nur sagen, dass Uli in der Küche sehr experimentierfreudig ist und da immer was Leckeres bei raus kommt!

Es wird viel gebacken und sie ist für ihre ChocolateChip-Cookies bekannt. Ansonsten gibt es viel Kürbis, Kohl, Rindfleisch (ist hier um einiges billiger), Salat, Avocados und Orangen.

 

2. Septemberwoche: meine erste Arbeitswoche

Da ich mich in der ersten Woche bewusst nur einleben sollte, gab es wirklich nichts zu tun was für mich, wie ihr euch denken könnt, nicht sonderlich einfach war. Aber ich glaube, dass es auch nicht schlecht war mich an das Klima, die Sprache und die Familie zu gewöhnen.

Seit letzten Mittwoch arbeite ich im Büro von Flying Mission.

Ich bin hauptsächlich fürs Kopieren, Tackern, Abtippen von Namenslisten etc. zuständig. Jedoch muss ich mich an das Arbeitstempo hier erst noch gewöhnen. Alles ist sehr viel langsamer als in Deutschland. Aber ich muss sagen, dass ich es gar nicht so schlimm finde: man hat das Gefühl, die Menschen sind glücklicher und entspannter, einfach weil sie ihr Leben nicht von ihrer Arbeit bestimmen lassen. Natürlich wäre es schön, ab und an eine „deutsche“ Struktur einbringen zu können oder manche Dinge einfacher zu gestalten, aber das ist hier gar nicht gewünscht.

Am Montag konnte ich mit Kerileng, meiner Anleiterin im Büro,  mein Jahresvisum abholen. Es hat alles ohne Probleme funktioniert und das ist so eine riesige Gebetserhörung! Ich bin jetzt bis zum 31. Juli 2016 legal hier und das ist ein Wunder, denn ich bin wohl die erste Kurzzeitlerin, bei der das so einfach funktioniert hat und wie ihr alle wisst, war es so einfach ja auch nicht.  Da kann man mal wieder sehen wie groß und mächtig unser Gott ist! Danke für all eure Gebete!

 

Meine neue Heimat – die Familie Schubert

Uli ist gelernte Erzieherin und arbeitet an einer Grundschule als Lehrerin  in einer Vorschulklasse. Sie musiziert sehr gerne und ist in der Band der Gemeinde aktiv.

Tim ist bei Flying Mission als Pilot angestellt. Er macht mit einem kleinen Flugzeug Krankentransporte zwischen den kleinen Krankenhäusern im Land und den großen in den Städten.

Anny ist mit 19 Jahren die älteste Tochter und seit einem Jahr wieder in Deutschland. Sie hat Anfang September eine Ausbildung als Fotografin begonnen.

Jan wurde am Wochenende 18 und ist im Dezember mit der Schule fertig.  Er ist oft mit Freunden unterwegs und verbringt seine Freizeit ansonsten gerne beim Sport.

Lena ist jetzt 16 geworden und ich verstehe mich sehr gut mit ihr. Sie ist sehr kreativ, freut sich über meine Haare zum Frisuren ausprobieren und spielt außerdem noch Cello.

Samuel ist 14 und hat eine verrückte Idee nach der anderen.  Schön ist, dass er diese nach Möglichkeit dann auch gleich in die Tat umsetzt und wenn es die Zeit erlaubt, findet man ihn oft beim Krafttraining oder beim Filme schauen. Wer natürlich auch noch zur Familie gehört sind die 3 Hunde (Maximus, Nina und Biene) und die zwei Schildkröten (Paprika und Stich).

 

1.Septemberwoche: Mein neues Zuhause

Für mich war es am Anfang etwas schwer mich einzuleben, wenn man von heute auf morgen ein neues Familienmitglied ist,  ich mich aber noch nicht so gefühlt habe (man bekommt ja nicht so oft von heute auf morgen eine neue Familie, zwei Brüder und fünf Haustiere).
Es wird glücklicherweise von Tag zu Tag besser und ich fühle mich jetzt viel wohler, als am Anfang.

Die ersten Tage habe ich bei Lena im Zimmer übernachte, da „mein“ Häusle noch nicht fertig renoviert ist. Mittlerweile bin ich schon umgezogen. Aber es fehlen noch ein paar Sachen bis mein neues Zuhause endgültig fertig ist.  Z.B. ist die Dusche noch nicht fertig, das Bad hat noch keine Türe und der Flur ist noch nicht fertig gestrichen. Aber das stört mich überhaupt nicht. Ich bin froh, dass ich jetzt einen Rückzugsort habe und freu mich über jeden kleinen Schritt, den die Renovierungsarbeiten in Richtung „fertig“ machen.

 

4. Sept.: Gaborone- wo bin ich da gelandet?

Gaborone ist die Hauptstadt Botswanas und hat 250.000 Einwohner. Gaborone liegt im Südosten Botswanas am Fluss Notwane auf rund 1.000 Meter. Im Südwesten Gaborones liegen die 1.287 Meter hohen Kgale Hills, sonst ist die Landschaft um Gaborone weitgehend flach. Im Süden liegt der Gaborone Dam, ein Stausee des Notwane und die Lebensquelle der Stadt.
Fam.Schubert wohnt in Phakalane, in einem der etwas besseren Vororte von Gaborone, d.h. man braucht täglich mindestens 3 Stunden um ins Büro von Flying Mission und zurück zu kommen. Zeitweise galt die Stadt als eine der am schnellsten wachsenden Großstädte der Erde.

 

2.-3. September 2015:  mein Flug nach Gaborone (über Stuttgart, Paris, Johannesburg)

Wie einige von euch wissen, hatte ich ziemlich Respekt vor dem Flug und allem drum herum. Doch unser Gott hat mich ganz sicher in Gaborone ankommen lassen, ohne dass etwas schief gegangen ist oder es irgendwelche Probleme gab.

Viel mehr noch - Er gab mir ein ruhiges Herz und zwei tolle Reisebegleiterinnen. Denn ich hab in Paris am Flughafen zwei Mädels getroffen, die mich ermutigt haben und mir das Gefühl gaben, nicht alleine zu sein. Die eine ist nach Rio zu ihrem Verlobten geflogen der dort für drei Jahre eine Pfarrstelle angenommen hat. Die andere  ist mit mir weiter nach Johannesburg geflogen. Sie ist aus der Korntaler Brüdergemeinde und macht in Südafrika auch ein Freiwilliges Soziales Jahr. Witziger Weise ist sie im gleichen Programm wie eine ehemalige Klassenkameradin von mir, wie sich im Gespräch herausstellte. Klein ist die Welt…

Es war für mich einfach so erleichternd, dass ich die lange Wartezeit in Paris nicht alleine überbrücken musste, sondern jemanden zum Reden hatte. Das war auf alle Fälle eine riesige Gebetserhörung!

Nach weiteren 4h Warten ging es dann ein letztes Mal mit einer kleinen Propellermaschine von Johannesburg in Richtung Gaborone. Im Vergleich zum Airbus A380 des Flugs von Paris nach Johannesburg war das ein echtes Abenteuer!

Mit etwas Verspätung bin ich dann am 3.9. um 16:30 Uhr endlich in Gaborone gelandet und wurde von Uli und Lena am Flughafen abgeholt - ich war erstaunlicherweise nicht mal müde.

 

 

August 2015:

Die letzen 3 Wochen zuhause. In meinem Zimmer, auf unserem Sofa, bei Oma und Opa, bei uns in der Gemeinde.

Es endet ein Lebensabschnitt der für mich so lange Zeit einfach selbstverständlich war. Doch jetzt steht es fest. Die „kleine“ Rebekka  geht in die große weite Welt und lässt ihren Traum wahr werden. Mein Jahr für Gott!

Ich möchte mich in diesem Jahr ganz bewusst von unserem Papa im Himmel gebrauchen lassen. Er hat all das ermöglicht und sendet mich nach Gaborone zu Familie Schubert um sie in ihrer Arbeit bei Flying Mission zu unterstützen.

Ich möchte jetzt schon allen Danken, die mich auf diesem spannenden Weg im Gebet begleiten und finanziell unterstützen. Und ich möchte all denjenigen danken, die mich in den letzten Jahren auf diese Aufgabe vorbereitet haben, in dem sie mich geprägt habt und mich ein Stück weit mit zu dem Menschen gemacht habt der ich heute bin.


Ende Juli:

Jetzt wird es ernst - zwei Wochen Seminar in Bad Liebenzell. Ich habe zusammen mit 34 weiteren Impactlern der LM eine intensive Zeit mit vielen guten Gesprächen und Seminaren. Wir haben so eine geniale und intensive Gemeinschaft, dass es sehr schwer fiel die neu gewonnen Freunde jetzt für ein Jahr voller Herausforderungen und Erlebnissen zu verabschieden.
Doch es ist unglaublich ermutigend zu wissen: Ich bin kein Alleinkämpfer, denn wir sind gemeinsam auf der ganzen Welt im Auftrag des Herrn unterwegs.

 

An Pfingsten findet das erste Treffen unseres impact-Teams in Liebenzell statt und wir werden mit vielen weiteren Missionaren beim Missionsfest ausgesendet.

Das mündliche Abi ist dann auch nur noch reine Formsache und das Thema Schule endlich abgehakt. Zur Belohnung durfte ich 2 Wochen an die Ostsee in den Urlaub fahren. Die Zeit verging immer schneller, denn auch die vier Wochen Arbeiten und Geld verdienen waren schneller vorbei als ich erwartet hatte.

Ab Mai sind die ersten Impfungen fällig, ganze 10 Stück sollten es werden. Außerdem musste von heute auf morgen mein Visumantrag geändert werden und ich lernte das Ehepaar Schubert während ihres Heimatdienstes das erste Mal persönlich kennen.


24. März 2015:

Ich schreibe meine letzte Abi-Klausur. Doch leider ist die Schule damit noch nicht beendet! Es gilt noch diverse andere Klausuren zu rocken, sich für das mündliche Abi vorzubereiten und den Mediziner Test zu schreiben.

Frühjahr 2015:

Ich lerne mehr oder weniger konsequent für´s Abi, fülle Visumanträge aus, buche den Flug und fülle komplizierte Formulare auf Englisch aus.


22. Dezember 2014 20:30 Uhr:

Ich bekomme einen Anruf von der LM! Sie haben sich tatsächlich für mich entschieden und ich darf ab September 2015 für ein Jahr in Botswana sein.
Mein Traum - 1 Jahr in Afrika - ist soeben in Erfüllung gegangen!

Herbst 2014:

Ich bewerbe mich auf den Kurzzeiteinsatz bei der Liebenzeller Mission in Gaborone/Botswana bei Familie Schubert. Kaum eine Woche später wird beim Bewerbertag deutlich, dass die LM es sich gut vorstellen kann mich für diesen Einsatz zu nehmen.

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